
Das Ries liegt inmitten der Schwäbisch-Fränkischen Alb. Die flache Schüssel, die das Ries im Juragebirge bildet, beschäftigte nahezu 200 Jahre lang die Forscher; erst in den sechziger Jahren gelang es dann einem amerikanischen Wissenschaftler das Rätsel zu lösen.
Das Ries ist ein Kessel mit einem Durchmesser von ca. 25 km. Die Forscher versuchten mit einigen Theorien zu erklären, wie dieser Kessel mitten in der Alb entstanden sein könnte.
Vermutlich aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars- und Jupiterbahn kommend, schlug ein Meteorit mit einer Geschwindigkeit von 100 000 km/h auf und drang ca. 1000 m tief ein. Dabei entstand eine Energie, die vergleichbar ist mit der Sprengkraft von 250.000 Hiroshima-Bomben oder 50 Stück 100 Megatonnen-Wasserstoffbomben. Der Meteorit verdampfte in Millisekundenbruchteilen. Es entstand ein Glutstrom, der über das Land zog und im Umkreis von über 100 Kilometern alles pflanzliche und tierische Leben auslöschte. Tonnenschwere Gesteinsblöcke flogen bis zu 60 km weit und noch im Gebiet der Tschechoslowakei wurden kleinere Gesteine, in Form von "Glastropfen" gefunden. In Folge dieser Naturkatastrophe kam es zu sintflutartigen Regenfällen.
Der Krater füllte sich mit Schlamm- und Geröllmassen und bis zum Rand mit Wasser. Damals entstand der so genannte Riessee, der mit rund 400 km² Wasserfläche der drittgrößte See Europas wäre, gäbe es ihn heute noch. Im Laufe der Zeit siedelte sich auch das Leben wieder rund um den See an. Nach ca. 2 Millionen Jahren waren Abläufe entstanden und der See verlandete. Aus dem tiefen Krater waren durch Ablagerungen und Erosion ein flacher Kessel geworden. Dieser sammelte dann im Laufe der Millionen von Jahren bis heute fruchtbaren Löß auf, den die Winde in den Krater bliesen. Dieses Löß ist noch heute die Grundlage für den ausgezeichneten Boden, auf dem die Rieser Bauern erfolgreich wirtschaften können. Deshalb wurde das Ries auch als zweite Kornkammer Bayerns bezeichnet.
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