

Romanische Chorturmkirche aus dem 12. Jahrhundert.
Der auffallend mächtige Turm der St. Leonhardskirche deutet auf seinen
ehemaligen Wehrcharakter hin. Weitaus älter als die erste Erwähnung
des Gotteshauses 1368 ist der romanische Turmchor. Wie beim Bergfried einer
Burg war dieser Turm nur über einen hochgelegten Einmanneingang, wie er
sich im Innern deutlich abzeichnet, zu betreten. Der in späterer Zeit erweiterte
Altarraum trägt gotische Malereien.
Der größte Schmuck der Kirche sind die, sowohl nach künstlerischer Qualität als auch nach Erhaltungszustand sehr guten Wandmalereien, entstanden um 1500. Im Chorbogen je fünf kluge und törichte Jungfrauen, die eine Aufforderung zur ständigen Wachsamkeit der Gläubigen hinwiesen (siehe Matthäus 25,1-13 "Wachet also, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde").
Am Chorbogen Richtung Chor oben Christus, links und rechts kniende Stifterfiguren.
Im Gewölbe des Chorraums die vier Kirchenlehrer Augustinus, Hieronymus,
Ambrosius und Gregor gegenübergestellt den Symbolen der Evangelisten. (Stier
= Lukas ; Löwe = Markus ; Mensch = Matthäus ; Adler = Johannes) Abendmahl
und Kreuzigung an der Nordwand.
An der Ostwand des Chores gotische Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes,
flankiert von ebenfalls gotischen Figuren der heiligen Ulrich und Barbara. Im
Schiff links vom Chorbogen sehr gute spätgotische Madonna auf der Mondsichel,
rechts barocke Leonhardsfigur neueren Datums.

Nicht zu übersehen ist die kräftige Sprache des Christopherusgemäldes (Anfang des 16. Jahrhundert), das die Nordwand beherrscht. Wer sein Bild am Morgen betrachtete, glaubte, er sei an diesem Tag vor jedem Unheil bewahrt. Deshalb erscheint der Heilige erneut in einer Wandnische, diesmal zierlich, zusammen mit der Figur des hl. Wendelin. Die Frontseite der Orgelempore zieren Bildtafeln mit den Aposteln, abgebildet mit ihren Attributen sowie Christus, dargestellt mit Reichsapfel, in der Mitte. In der Umgebung der Kirche hat man zahlreiche Eisenfigürchen aus dem 11./12. Jahrhundert gefunden, Weihegeschenke an den hl. Leonhard, die heute in Stuttgart verwahrt werden.
Das Geläut der Kirche besteht aus drei Glocken. Die älteste Glocke, wahrscheinlich auch eine der ältesten im Ries, stammt aus dem Jahre 1470 und ist den Aposteln Markus, Lukas, Matthäus und Johannes geweiht. Die zweite Glocke stammt aus dem Jahre 1726 und ist dem Heiligen Abt und Patron der Kirche, dem heiligen Leonhard geweiht. Die dritte Glocke stammt aus dem Jahre 1985 und ist der Gottesmutter Maria geweiht.
Quellen : "Kunst und Kulturdenkmale im Ostalbkreis" erschienen
im Konrad Theiss Verlag Stuttgart;
"Pflaumloch im Ries - Eine Ortsgeschichte von Dr. Eugen Stäbler"
(1903 - 1987) Wiederauflage bei der bürgerlichen Gemeinde in Riesbürg
erhältlich)
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